Chanel COCO Noir – die dunkle Verführung

Nur wenige Dinge lösen so unmittelbar Gefühle in uns aus wie ein Duft, wir fühlen uns angezogen oder abgestoßen, assoziieren Charakterzüge...

Nur wenige Dinge lösen so unmittelbar Gefühle in uns aus wie ein Duft, wir fühlen uns angezogen oder abgestoßen, assoziieren Charakterzüge in unserem Gegenüber und es bildet sich ein Gesamtbild vor unserem geistigen Auge. Und kaum etwas erinnert uns so sehr an Menschen, Orte und Begebenheiten wie ein Geruch, ein Duft, ein sanfter Hauch. 

 
Für mich ist Parfüm unverzichtbarer Bestandteil meiner täglichen Routine, ich verlasse so gut wie nie das Haus ohne einen Duft und fühle mich erst damit komplett. Dabei orientiere ich mich bei der täglichen Wahl an meiner Stimmung, an dem was für den Tag ansteht. Mal weich und warm, mal dominant und klar.
 
Ganz neu in meiner Sammlung ist das luxuriöse Schmuckstück COCO Noir von Chanel, welches im schweren, schwarzen Glasflakon daher kommt und schon rein optisch und haptisch das hohe Level der Marke deutlich macht. Hochglänzendes Schwarz gepaart mit goldenen und weißen Details, klare Struktur und doch abgerundete Formen, klassische Eleganz mit modernem Touch – so präsentiert sich der weibliche Duft des Traditionshauses. Frische Bergamotte, weiche, tiefgründige Rose, umschmeichelnde Rosengeranienblätter, intensives Patschuli und warme Noten von Tonkabohne versprechen eine orientalische, feurig-sinnliche Mischung und tatsächlich … der Duft weckt viele Assoziationen!
 
 
Im ersten Auftrag leicht herb entwickelt sich schnell eine sinnlich weiche Note, etwas sehr Erwachsenes, Frisches und auch Klares. Wie ein leichtes Seidenkleid legt sich der Duft auf die Haut, umspielt sie sanft, ohne dabei zu überwältigen. Es ist, als würde ich meinen liebsten Kuschelpulli anziehen, ganz frisch gewaschen. Dieses Gefühl den weichen, sauberen Duft tief einzuatmen und sich zuhause zu fühlen, geborgen, unschuldig. Oder ähnelt es vielleicht mehr diesem Gefühl, seinen Liebsten in den Arm zu nehmen, den Duft seiner Haut in sich aufzunehmen und tausend Gefühle beginnen zu tanzen?! Ich weiß es nicht, wahrscheinlich liegt mein Empfinden genau dazwischen!
 
Florale Noten kommen mit der Wärme der Haut an die Oberfläche, wie ein pudriger Hauch, sehr weiblich – ein erster morgendlicher Sonnenstrahl, der durch das Fenster blitzt und den Raum erwärmt. Sauber, mit einer gewissen frischen Note und dennoch verspielt und sinnlich, als wüsste er nicht genau, ob er ein junges Mädchen, oder eine klassische Grande Dame begleiten wird. Dabei sind die einzelnen Noten so perfekt aufeinander abgestimmt wie ein Musikstück und ergeben in ihrem Zusammenspiel die schönsten Harmonien, von einem lebendigen Beginn bis zu einem bedächtigen, stimmungsvollen Ausklang.
 
 
COCO Noir ist wahrlich kein Duft, der bereits vor seiner Trägerin den Raum erfüllt, sondern einer, welcher mit ihr zusammen wirkt, eine Erinnerung hinterlässt, ein Gefühl von zärtlicher Nähe. Er ist Begleiter anstatt Vorreiter, gibt die Stilrichtung nicht vor, sondern unterstützt in seiner Komplexität wie ein galanter Gentleman an der Seite und strahlt trotz seines tiefschwarzen Äußeren von innen heraus.
 
Ich tue mich allerdings mit Chanels eigener Wortwahl „radikal“ und „rassisch“ etwas schwer, denn beides passt für mich nicht in die eher zarte Entwicklung der Komposition. Sie ist kein feuriger Liebhaber, sondern flüstert dir eher leise liebevolle Komplimente ins Ohr, als würde sie dich in eine warme Decke einwickeln, dich in ihrem Arm halten, zärtlich küssen und nie wieder gehen lassen wollen.
 
Ein Duft ist immer auch eine Botschaft an unser Gegenüber, eine wahre Kunst in der Darstellung und ein stilvolles Accessoire, dem wir mehr Beachtung schenken sollten. So viel Wirkung geht von ihm aus und so individuell sollten wir ihn wählen, damit er unsere Persönlichkeit, unseren Stil bestmöglich unterstreicht. Kein schneller Griff zum Flakon, sondern ein bewusstes Ritual, eine liebevolle Geste für uns selbst und ein Ausdruck der Einzigartigkeit jedes Einzelnen. Also lasst uns weise wählen!

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