Von der Krebspatientin zur Musikerin - Die Geschichte von Christina Bruckner

Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, habe ich mich schon des Öfteren mit den Thema „Krankheit und wie schnell alles zu Ende sein ka...

Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, habe ich mich schon des Öfteren mit den Thema „Krankheit und wie schnell alles zu Ende sein kann“ beschäftigt und folge auch einigen – teils – schwerkranken Mädels und jungen Frauen auf ihren Social Media Kanälen. Was ich nämlich an all diesen jungen Frauen bewundere: Ihre lebensfrohe Art, die positive Einstellung zum Leben und dass sich die meisten auch künstlerisch kreativ verwirklichen. Seit Kurzem folge ich auch Christina Bruckner, einer österreichischen Künstlerin, die mit 31 Jahren an Brustkrebs erkrankte. Während ihres Reha-Aufenthalts in St. Veit entstand langsam das Projekt, mit einem Verein die ganzheitliche Genesung zu fördern. Mit ihrem Verein "Musik für Leben" will die 33-Jährige nicht nur Spendengelder sammeln, sondern auch eine Plattform mit Ärzten und Betroffenen gründen.


Wie alles begann 

Mein Künstlername ist Christina Bruckner (Mädchenname) und ich erhielt im August 2016 die Diagnose Brustkrebs. Zu diesem Zeitpunkt war meine Tochter gerade einmal 13 Monate alt. In den vergangenen Jahren hatte ich viele Stolpersteine zu bewältigen. Jahrelang war ich selbstständige Unternehmerin, ehrgeizig, zielorientiert und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Aufgrund von beruflichen und privaten Turbulenzen, der Druck in der Selbstständigkeit und zugleich die Geburt meiner Tochter, war ich schon sehr ausgebrannt. Dann die Diagnose !!! Wochenlang lebte ich in einem Alptraum und betete, dass ich endlich aufwache. Darüber könnte ich stundenlang schreiben, aber jetzt mal zur Hauptsache. Fazit: Ich hatte mir nie Zeit genommen die Signale meines Körpers wahr zu nehmen, und mir bewusst zu werden, wer ich wirklich bin und was ich eigentlich brauche. Nach all den Strapazen, den körperlichen und psychischen Belastungen wusste ich nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich hatte drei OPS, sechs Chemotherapien und 33 Bestrahlungen hinter mir. Während all diesen Strapazen, machte sich in mir das Bedürfnis breit, andere Therapieformen begleitend zu probieren.  Ob wirklich jede Therapie oder jedes Produkt etwas gebracht haben, kann man nicht sagen, aber ich möchte diese Erfahrung nicht missen. Ich habe sehr viel über mich selbst und meinen Körper gelernt. Auf meiner Reha in St. Veit konnte ich mir meine Auszeit nehmen. Dort kam mir die Idee Musik mit Gesundheit zu verbinden und den Verein Musik für Leben zu gründen. Ja, die Musik im Leben gibt es schon, aber den „Unterstützungsverein“ nicht. Der Verein wurde im Herbst 2017 gegründet und konnte schon recht beachtlich wachsen. Derzeit haben wir 29 Mitglieder und Partner, die das Projekt und die Musik unterstützen.

Über die Gründung des Wohltätigkeitsverein 

Da ich selbst an Brustkrebs erkrankt bin, weiß ich, worauf es in solch einer schwierigen Phase ankommt. Das Musik sprichwörtlich die Seele heilt, davon hat man schon öfters gehört. In meiner Reha Zeit habe ich das Projekt ins Leben gerufen und die Idee kam Musik mit Gesundheit zu verbinden. Da ich mich selbst mit vielen alternativ- und komplementären Maßnahmen beschäftigte und dadurch begleitend zur Schulmedizin die Chemotherapie halbwegs gut überstanden hatte, ist es mir umso wichtiger, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Vor allem ist es das Um und Auf, sich in dieser schweren Zeit nicht aufzugeben, sondern nach Lebensgefühl zu suchen, sich selbst zu finden und seinem Herzen zu folgen. Während meiner Chemotherapie fing ich an zu reiten. Die Pferde gaben mir unheimlich viel Kraft. Ich ging zu unterschiedlichen Komplementärmedizinern und ließ mir Vitamin C Infusionen injizieren, unterzog mich mehrmalig einer Hyperthermie (Fiebertherapie), um das Immunsystem zu stärken. Um die Psyche zu stärken, ging ich zu Energiebehandlungen, leitete Gift- und Schwermetalle aus dem Körper, nahm eine Menge Nahrungsergänzungen zu mir, um den Körper bei seinem Erneuerungsprozess zu unterstützen. Das ist ein kleiner Teil, den ich zum Heilungsprozess beigetragen habe. Mit dem Verein und den passenden Partnern möchte ich all diese Erfahrungen, Behandlungen, Therapien fördern und finanzieren.

Die persönlichen Geschichten der Songs

drobn aufn Berg - (Lebensgfüh)
Dieser Song entstand in meiner Reha Zeit mitten im Gebirge. Ich schnappte mir die Gitarre und setzte mich auf ein Bankerl am Berg. Ich betrachtete das Leben und die Natur, atmete Lebensgefühl und schrieb alles nieder was ich fühlte.
Ich hatte depressive Verstimmungen nach dieser schweren Zeit, wusste nicht wer ich bin, warum, weshalb das alles passierte. Tausend Gedanken kreisen im Kopf und kein Ende in Sicht. Man fängt wieder von vorne an. Ich war in einer Art Spirale, die mich wie ein Sog hinunterzog. Ein Gefühl, als würde man gleich ersticken. Der Kopf explodiert gleich voller Eindrücke, Schmerzen, Emotionen, Ideen, Neuorientierung, alles durcheinander und ich war dabei mich wieder neu zu ordnen.
Dann kam es, die Melodie in mir, positive Gedanken verdrängten plötzlich das Negative und ich stellte mir die Frage: Was ist das, das dich wirklich glücklich macht? Denk nach was willst du, was kannst du ändern, was musst du tun, um glücklich zu sein. All diese Gedanken fraßen mich innerlich auf und es fühlte sich an wie ein zerbrochenes Glas im Kopf. Du musst nicht suchen, sondern einfach nur sein und genießen und so erwachte ich in diesem Lied. Ich beobachtete die Natur, atmete tief ein und genoss die Sonnenstrahlen zwischen den Bergen. Ich hörte das Gezwitscher der Vögel und betrachtete dabei die schönen, angeschneiten Berggipfel, die sich zwischen dem astreinen blauen Himmel befanden. Das ist es..... Das Lebensgefühl ...Ich vergaß alle Probleme bei diesem Anblick und bei diesem Lebensgefühl..... Der Song „drobn aufn Berg“ handelt genau davon. Einfach zu sein und zu genießen.

Drah die aussa - (Zeit zruck drahn)
Ist ein Song, der zeitgleich mit „drobn aufn Berg“ entstand. Dabei handelt es sich um die Qual und um den Schmerz während der Chemotherapie. Man fragt sich immer wieder, wieso, weshalb, warum. Körperliche, sowie psychische Schmerzen, die dir monatelang zugefügt werden. Immer postiv, immer kämpferisch, doch wann bekomm ich endlich den Preis, den ich verdient habe. Man wünscht sich manchmal die Zeit zurück zu drehen können und alles was im Leben schief gelaufen ist, anders zu machen. Es gibt auch Momente, wo man sich wünscht einfach nur einzuschlafen, weil man diesen Zustand nicht mehr aushält. Der Zustand gleicht einer Folter. Aber die Zeit zurückdrehen, so funktioniert das eben nicht. Wann hört es endlich auf, wann kann ich wieder Glück empfinden. „Drah di aussa“ vermittelt, dich darauf verlassen zu können, dass alles wieder anders wird und es noch etwas dauern wird bis wieder alles gut ist. Dreh dich aus deinem negativen Kreis heraus, sei dankbar, dass du Leben kannst und leben darfst und entscheide dich für das LEBEN. Und im Nachhinein betrachtet habe ich viel gelernt und weiß, wofür das Ganze war, auch wenn man keinen exakten Grund dafür finden wird.

Heit sog I Jo
War mein allererster Song im Jahr 2014 und war in nur fünf Minuten fertig. Wir haben für eine Hochzeit gesungen und ich habe mir zur Aufgabe gemacht, dafür ein Lied zu schreiben. Seitdem singen wir es fast bei jeder Hochzeit.

Foto: Carmen Sauerbier

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